Zwischen Schatten und Glut

26. Juni 2026 19:30
Alte Kirche, Saal
Flurstrasse 21
5623 Boswil

Franz Schubert (1797–1828)
Streichtrio Nr. 1, B-Dur, D. 471

Felix Mendelssohn (1809–1847)
Trio Nr. 1 d-Moll, op. 49

Johannes Brahms (1833–1897)
Klavierquintett f-Moll, op. 34


Edna Unseld Violine
Tomoko Akasaka Viola
Adrien La Marca Viola

Oliver Schnyder Trio
Oliver Schnyder Klavier
Andreas Janke Violine
Benjamin Nyffenegger Violoncello

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Ein Abend zwischen Schatten und Glut: Franz Schuberts unvollendetes Streichtrio wirkt wie ein musikalischer Gedankenblitz, tastend, fragend und von zarter Poesie durchzogen.
In seiner feinen Dreistimmigkeit meint man, dem Komponisten beim Erfinden zuzuhören. Mit Mendelssohns Klaviertrio betritt dann ein Werk die Bühne, das Robert Schumann als
«Meistertrio der Gegenwart» rühmte. Stürmische Leidenschaft, liedhafte Innigkeit, ein elfengleich huschendes Scherzo und ein leiden schaftlich auftrumpfendes Finale. Und dann Brahms: Sein Klavierquintett sprengt den kammermusikalischen Rahmen mit symphonischer Wucht. Zwischen inniger Schubert-Hommage und leidenschaftlichen Klangballungen, die an Wagners «Tristan»-Harmonik erinnern, entsteht Musik von
eruptiver Intensität. Ein Auftakt, der den Boswiler Sommer 2026 mit voller Ausdruckskraft eröffnet!

Teuflische Capricen

27. Juni 2026 19:30
Alte Kirche, Saal
Flurstrasse 21
5623 Boswil


Niccolò Paganini (1782–1840)
Sonata per la Grand Viola

24 Capricen für Violine solo, op. 1

Herbert Schuch Klavier
Julia Fischer Violine Solo
Adrien La Marca Viola

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Es sei Gewissheit, «dass der Mann, um so spielen zu können, seine Seele dem Teufel verkauft haben müsse» – so beschreibt Werner Fuld in seiner Paganini-Biografie jene schier unglaubliche Virtuosität, die Niccolò Paganini den Beinamen «Teufelsgeiger» einbrachte. Paganini faszinierte mit fast übernatürlicher Technik, die er in seinen 24 Capricen für Violine solo auf den Höhepunkt trieb: Jede Caprice ein eigenständiges Kleinod voller Esprit, Humor und opernhaftem Kantabile. Den gesamten Zyklus an einem einzigen Abend zu spielen, gilt bis heute als nahezu unmöglich – ein Wagnis, das nur wenige Geiger:innen eingegangen sind und dem sich angeblich nicht einmal Paganini selbst in dieser Form stellte.

Bevor sich Julia Fischer dieser aussergewöhnlichen Herausforderung stellt, erklingt die klangprächtige Sonata per la Grand Viola, interpretiert von Adrien La Marca. Im Gespräch mit Fränzi Frick werden zudem die technischen Extreme und die Mythen um Paganinis dämonisch schillernde Virtuosität lebendig.


Künstlergespräch während Konzert

Fränzi Frick Moderation
Künstlerische Co-Leitung Künstlerhaus Boswil ab 2027

Matinee: Slawische Klangwelt

28. Juni 2026 11:00
Alte Kirche, Saal
Flurstrasse 21
5623 Boswil


Vítězslav Novák (1870–1949)
Klaviertrio d-Moll, op. 27 «Quasi una ballata»

Antonín Dvořák (1841–1904)
Klavierquintett A-Dur, op. 81


Elena Schönlebe Klavier
Herbert Schuch Klavier
Andreas Janke Violine
Edna Unseld Violine
Adrien La Marca Viola
Sandro Meszaros Violoncello
Benjamin Nyffenegger Violoncello

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«Quasi una ballata», fast wie eine Ballade. Mit diesem Titel überschreibt Vítězslav Novák sein zweites Klaviertrio und eröffnet eine klingende Erzählung zwischen Leidenschaft, Volksmusik und spätromantischer Klangfülle. Der Schüler von Antonín Dvořák verbindet darin Brahms’sche Wärme mit folkloristischen Farben und formt aus mehreren Sätzen eine einzige dramatische Entwicklung.

Im Anschluss erklingt Dvořáks berühmtes Klavierquintett. Ein Meisterwerk voller melodischer Einfälle, tänzerischer Energie und slawischer Melancholie. Dumka und Furiant, Lyrik und symphonische Kraft verschmelzen zu einem der strahlendsten Höhepunkte der romantischen Kammermusik.

Musikalische Souvenirs

28. Juni 2026 17:00
Alte Kirche, Saal
Flurstrasse 21
5623 Boswil


Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791)
Klavierquartett Nr. 1, g-Moll, KV 478

Richard Strauss (1864–1949)
Streichsextett aus «Capriccio»

Pjotr I. Tschaikowsky (1840–1893)
Streichsextett d-Moll, op. 70 «Souvenir de Florence»


Herbert Schuch Klavier

Julia Fischer Violine

Andreas Janke Violine

Clemens Reißenweber Violine

Tomoko Akasaka Viola

Adrien La Marca Viola

Sandro Meszaros Violoncello

Benjamin Nyffenegger Violoncello

Anna Tyka Nyffenegger Violoncello

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Souvenirs kaufte man im Italien des 19. Jahrhunderts nicht nur im Laden, man schrieb, malte oder komponierte sie sich als gebildeter Tourist bevorzugt selbst. Auch Tschaikowsky schuf mit seinem Sextett «Souvenir de Florence» ein solches klingendes
Andenken. In seinem einzigen Streichsextett, dass er im heimatlichen Russland niederschrieb, mischen sich russische Melancholie und lichte Stimmung als Hommage an den milden italienischen Winter. Auch im Sextett aus «Capriccio» von Richard Strauss klingt Erinnerung an – eine entrückte, fast zeitlose Welt, die im scharfen Kontrast zu Krieg und Verfolgung ihrer Entstehungszeit steht. Bei Mozart schliesslich begegnen sich Klavier und Streicher auf Augenhöhe, dramatisch, doch von spielerischer Eleganz.

Wunschkonzert

30. Juni 2026 19:30
Alte Kirche, Saal
Flurstrasse 21
5623 Boswil


Wunschkonzert: Wunschprogramm

Herbert Schuch Klavier
Julia Fischer Violine
Adrien La Marca Viola
Benjamin Nyffenegger Violoncello

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Was passiert, wenn vier Musiker:innen ihre Notenpulte öffnen und das Publikum bestimmt, was darauf liegt? Genau: ein Wunschkonzert der besonderen Art!

Beim Konzert am 30. Juni übernehmen Sie die Regie. Statt eines lange im Voraus festgelegten Programms entscheidet das Publikum per Online-Abstimmung, welche Werke erklingen. Mit Julia Fischer, Adrien La Marca, Benjamin Nyffenegger und Herbert Schuch stehen vier Ausnahmemusiker:innen bereit, Ihre Wünsche in Klang zu verwandeln. Stimmen Sie ab und erleben Sie ein Konzert, das es genau so nur einmal gibt!

Zukunftsmusik

01. Juli 2026 18:00
Alte Kirche, Saal
Flurstrasse 21
5623 Boswil


Freie Sitzwahl und eintrittsfrei. Eine Karte kostenlos zu buchen wird jedoch empfohlen. 


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Programm nach Ansage

Teilnehmende der Meisterkurse
Violine
Viola
Violoncello
Klavier


Im Rahmen des Boswiler Sommers wird nicht nur das Publikum verwöhnt, sondern auch die nächste Generation an Musiker:innen gefördert. Julia Fischer (Violine), Adrien La Marca (Viola), Benjamin Nyffenegger (Violoncello) und Herbert Schuch (Klavier) geben in einem Meisterkurs ihr Können und Wissen weiter. Die jungen Talente erhalten so die Chance, von den Besten zu lernen und sich weiterzuentwickeln.

Das anschliessende Abschlusskonzert zeigt die beeindruckende Vielfalt und das brillante Talent der Teilnehmer:innen und verwandelt das Künstlerhaus Boswil in eine Bühne für die nächste Musiker:innen-Generation. Freuen Sie sich auf einen Abend, an dem die Zukunft der Musik im Rampenlicht steht!


Grenzenlose Fantasie

02. Juli 2026 19:30
Alte Kirche, Saal
Flurstrasse 21
5623 Boswil

Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791)
Fantasie Nr. 4, c-Moll, KV 475

Robert Schumann (1810–1856)
Drei Fantasiestücke, op. 73

Franz Schubert (1797–1828)
Fantasie f-Moll für Klavier zu vier Händen, D. 940

Ralph Vaughan Williams (1872–1958)
Phantasy Quintet

Franz Schubert (1797–1828)
Fantasie C-Dur für Violine und Klavier, D. 934

Raphaël Schenkel Klarinette
Oliver Schnyder Klavier
Herbert Schuch Klavier
Julia Fischer Violine
Lena Neudauer Violine
Eva Zavaro Violine
Adrien La Marca Viola
Shira Majoni Viola
Anna Tyka Nyffenegger Violoncello

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Sie betont subjektive Gefühle, poetische Ideen und improvisatorischen Charakter. In der Romantik wird die Fantasie zum Raum für inneren Aufbruch, Traum und Virtuosität. Das Konzert zeigt ihre Vielfalt: von den poetischen Fantasiestücken Schumanns über die existenzielle Tiefe von Schuberts Fantasie bis zu Mozarts c-Moll-Fantasie aus dem Geist der Improvisation. In Vaughan Williams’ Phantasy Quintet erhält die Gattung eine eigene englische Ausprägung: frei fliessende Abschnitte, ein kantables Viola-Thema und Anklänge an alte englische Musik verbinden sich zu einem grossen Bogen.

Fest der Solistinnen und Solisten

03. Juli 2026 19:30
Alte Kirche, Saal
Flurstrasse 21
5623 Boswil

Edvard Grieg (1843–1907)
Suite «Aus Holbergs Zeit»

Johann Sebastian Bach (1685–1750)
Konzert für Violine und Oboe c-Moll, BWV 1060R

Pjotr I. Tschaikowsky (1840–1893)
Streicherserenade C-Dur, op. 48

Andrey Godik Oboe solo
Julia Fischer Violine solo
Festivalorchester

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Wenn sich beim Boswiler Sommer alle an einen Tisch – pardon, auf eine Bühne – setzen, wird es klanglich familiär. Dieses Konzert ist ein musikalisches Familienfest: Das Festivalorchester versammelt die Solistinnen und Solisten des Sommers zum grossen Streicher:innen-Treffen. Griegs Holberg-Suite verneigt sich charmant vor dem Barock, bei Bach plaudern Violine und Oboe wie alte Bekannte und Tschaikowsky ruft zum opulenten Finale: «Je grösser das Streichorchester, desto besser!» Ein Abend ganz im Zeichen des grossen Klanges und des gemeinsamen Musizierens.

Tango und neue Welt

04. Juli 2026 19:30
Alte Kirche, Saal
Flurstrasse 21
5623 Boswil


Miklós Rózsa (1907–1995)
Sonate für 2 Violinen, op. 15a

Astor Piazzolla (1921–1992)
Tangos für Violine und Kontrabass, bearbeitet von A. Wiebecke-Gottstein
- J‘attends (Se Fue Sin Decirme Adios)
- La Misma Pena
- Saint Louis en L‘Île
- Adios Nonino

Antonín Dvořák (1841–1904)
9. Sinfonie «Aus der Neuen Welt»
(Fassung für 6 Violoncelli)

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Als Dvořák 1891 nach Amerika berufen wurde, um den Komponierenden der jungen Nation zu einer eigenen «Nationalmusik» zu verhelfen, ahnte noch niemand, dass daraus seine populärste Sinfonie entstehen würde – die 9. Sinfonie. Auf der Suche nach
einem authentischen amerikanischen Ton, liess er sich ausgerechnet von den Opfern des amerikanischen Traums inspirieren: dem Spiritual der Afroamerikaner und den Klängen der indigene Völker.

Diese Impressionen, ebenso wie die Grösse New Yorks und die Weite des Mittelwestens, fanden ihren Niederschlag in seiner Musik. In der Fassung von Paul Handschke für sechs Violoncelli gewinnt sie eine besondere Klangfarbe. Ergänzt wird das Programm durch erzählerische Musik von Miklós Rózsa, Meister der filmischen Klangwelten, und Astor Piazzolla, dessen Musik von Tanz, Melancholie und Erinnerung lebt.

Matinee: Schuberts Oktett

05. Juli 2026 11:00
Alte Kirche, Saal
Flurstrasse 21
5623 Boswil


Franz Schubert (1797–1828)
Oktett F-Dur, D. 803


Raphaël Schenkel Klarinette
Valeria Curti Fagott
Ivo Gass Horn
Valerie Steenken Violine
Eva Zavaro Violine
Shira Majoni Viola
Benjamin Nyffenegger Violoncello
Alexandra Scott Kontrabass

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Schuberts Oktett ist ein Werk, das auf den ersten Blick wie ein feines Divertimento wirken mag, sich aber beim Hören als sinfonische Kammermusik von überwältigender Weite entpuppt. Die sechs Sätze wechseln zwischen elegischen Adagios, lebhaften Menuetts und ausgedehnten Variationen, in denen ein Thema aus seiner Oper «Die Freunde
von Salamanca» bis ins Romantisch-Sehnsüchtige gesteigert wird. Bläser:innen und Streicher:innen verschmelzen zu dicht verwobenen Klangteppichen, pathetische Einleitungen und tänzerische Zwischenspiele verleihen dem Werk eine dramatische Dynamik. Schon die erste Aufführung hinterliess Zeitgenossen erstaunt: «Schubert», so schrieb Moritz von Schwind, sei «unmenschlich fleissig» gewesen.

Legenden der Kammermusik

05. Juli 2026 17:00
Alte Kirche, Saal
Flurstrasse 21
5623 Boswil


Ludwig van Beethoven (1770–1827)
Quintett Es-Dur, op. 16

Antonín Dvořák (1841–1904)
Klaviertrio e-Moll, op. 90 «Dumky»

George Enescu (1881–1955)
Oktett C-Dur, op. 7


Andrey Godik Oboe
Raphaël Schenkel Klarinette
Valeria Curti Fagott
Ivo Gass Horn
Richard Octaviano Kogima Klavier
Elena Schönlebe Klavier
Julia Fischer Violine
Lena Neudauer Violine
Valerie Steenken Violine
Eva Zavaro Violine
Nils Mönkemeyer Viola
Wen Xiao Zheng Viola
Paul Handschke Violoncello
Samuel Niederhauser Violoncello
Benjamin Nyffenegger Violoncello

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Beethoven, Dvořák, Enescu – drei Komponisten, drei Erzählweisen, eine Bühne voller Legenden. Sein Klavierquintett lässt Beethoven in direktem Dialog mit Mozart treten, Anklänge an Opernthemen und klassisch geformte Sätze inklusive. Dvořáks
Dumky-Trio schöpft aus slawischer Erzähltradition: Melodische Episoden wie aus einem Volksmärchen entfalten sich zu persönlicher Erinnerung. Den Abschluss bildet Enescus monumentales Oktett, ein dichtes Klanggeflecht, in dem solistische Virtuosität auf orchestrales Denken trifft und Motive zu einer grossen musikalischen Sage verdichtet werden. Ein Finale, das dem Festival Boswiler Sommer alle Ehre macht!